Oberhalb der Fellhand spielen? Unterhalb der Fellhand spielen? Auswirkungen, Vor- und Nachteile

  • Hallo


    Dieses Thema beschäftigt mich, seitdem ich mir die ersten Bodhran-Videos auf YouTube angeschaut habe. Als Anfänger ergibt sich ja schon mal grundsätzlich die Schwierigkeit, dass in den meisten Videos nicht beide Hände gleichzeitig zu sehen sind.

    Wie und wo produzieren die eigentlich diese Tonvielfalt? Das ist mir lange unerklärlich geblieben.


    Jetzt, wo für mich diese Frage vom Grundsatz klar ist, bleibt die Faszination, dass jede(r) Spieler(in) eine eigene Art hat, mit der Fellhand zu intonieren. Für mich hat es darüberhinaus den Anschein, dass sich die Spieler grob unterteilen lassen in diejenigen, die hauptsächlich oberhalb bzw. unterhalb des Felles spielen, vor allem die Basstöne.

    Ich weiß nicht, ob ich mich täusche, aber viele der irischen Topspieler spielen doch eher unterhalb, oder? Ist das eine Art "Schule", die das hervorbringt?


    Ich habe immer oberhalb der Fellhand geübt. Das ist mir irgendwie logischer oder kommt mir organischer vor. Bei mir klingen die Basstöne auch viel voller auf diese Art, das kriege ich unterhalb gar nicht hin. Trotzdem frage ich mich, wie es dazu kommt und welche Gründe es geben mag, sich für das eine oder andere zu entscheiden. Auch Rolf und Guido haben ja unterschiedliche Ansätze, was die Fellhandtechnik betrifft, das finde ich auch sehr spannend zu sehen. Es spiegelt die o.g. Vielfalt.

    In Proitze ist dieses Jahr wohl genauer auf die Intonation eingegangen worden, habe ich so nebenbei vernommen. Ich konnte leider nicht dabei sein.


    Eines ist schon mal klar. Wenn man unterhalb spielt, kann man die Bodhran besser im Stehen spielen und halten. Aber das kann ja nicht alles sein.


    Bin gespannt, was ihr für Erfahrungen und Beobachtungen zu dieser Frage gemacht habt.


    Viele Grüße,

    Lance

  • wie geht es deiner werten gesundheit? ich hoffe, besser.


    fellhand oben, fellhand unten....das sind doch alles bürgerliche kategorien (jaja, jetzt müßte man das känguru kennen:))


    ich halt die fellhand da, wo's meinem spielfluß zuträglich ist. oder dem fellton. da ich eine für meine verhältnisse kleine trommel und große hände habe, bin ich mit der fellhand schnell an jedem ort, den ich gut finde. ich habe da keine wirkliche vorliebe, tue mich aber tecisch mit dem spielen über der fellhand schwerer, das muß ich immer länger üben.


    liebe grüße von bina, diesmal tatsächlich aus diyarbakir.

  • hallo zusammen!

    spannendes theman, darüber bin ich auch schon paar mal gestolpert... lege ich die tonhand für die bässe in der oberen fellhälfte oder in der unteren hälfte an.

    ich kann nicht mehr sagen ob es intuitiv so kam oder durch die matthew-bell-tutorials beeinflusst wurde, aber momentan spiele ich die die bässe hauptsächlichen in der unteren spielhälfte. für mich fühlt es sich so irgendwie an als "liegt" der bass da schön in meiner hand ;)

    letztlich führt das aber, bei patterns in denen ich viel und schnell zwischen bässen und hohen tönen springe, zu den wischgeräuschen übers fell. manchmal richtig schön und passend, manchmal will ich die da aber auch nicht haben. das war dann der punkt an dem ich dann angefangen habe zu üben, die bässe für manche patterns oben zu spielen um der tonhand die langen wege zu den hohen noten zu nehmen (unten, so ganz ohne daumen fallen mir hohe noten recht schwer ^^), das braucht aber sicher noch ein wenig bis das ganz in fleisch und blut über gegangen ist. =)

    witzigerweise gehts mir genau andersrum: mir fällt es viel leichter die bodhrán im stehen zu spielen, wenn ich die bässe in der oberen hälfte spiele, so liegt die bodhrán oben auf der linken hand, hab ich die hand unten fehlt mir irgendwie jede stütze ^^

    soviel von mir, ich glaube am ende lohnt es sich für mich beides zu können, aber wie immer... da muss noch etwas geübt werden... =)

    aber interessant zu sehen wie unterschiedlich da die erfahrungen sind!

    liebe grüße

    andreas

  • Also bei

    wie geht es deiner werten gesundheit? ich hoffe, besser

    Danke der Nachfrage, geht besser, aber der Husten....der hat mich richtig lieb.....


    fellhand oben, fellhand unten....das sind doch alles bürgerliche kategorien

    Hihi, da musste ich echt grinsen. Findest Du das wirklich, äh, wie soll ich das ausdrücken, eine kleinkarierte Frage?


    Das lässt sich alles so schwer in Worte fassen. Mir geht es dabei sehr um die Klangunterschiede. Ich kann z.B. den Basston, wenn ich die Fellhand unten habe, noch durch drücken der Handkante/kl. Finger höher stimmen, um ihn ggf. anzupassen. D.h. ich stimme die Bodhran immer einen Tick unter der gewünschten Tonhöhe ein, denn nach oben kann ich damit noch korrigieren, nach unten gehts natürlich nicht.


    Dies gelingt mir gar nicht gut, wenn ich die Fellhand oben habe und den Basston darunter produziere (so wie Andy Kruspe es zeigt).
    Andererseits liefert die Haltung, wie Andy sie vormacht eine bequeme Möglichkeit, Basstöne, Pops und Zwischentöne sehr ökonomisch zu organisieren. Aber eben, die Basstöne haben bei mir eine bessere Qualität, wenn oberhalb der Fellhand gespielt.


    Viele Grüße nach Diyarbakir (hört sich weit weg an..)

    Lance



  • witzigerweise gehts mir genau andersrum: mir fällt es viel leichter die bodhrán im stehen zu spielen, wenn ich die bässe in der oberen hälfte spiele, so liegt die bodhrán oben auf der linken hand, hab ich die hand unten fehlt mir irgendwie jede stütze ^^

    Hallo Andreas


    Das geht mir natürlich auch so, da war ich vielleicht missverständlich. Im Stehen liegt die Trommel auf Daumen/Zeigefinger der Fellhand und der Bass wird darunter gespielt.

    Was die "Spielhälften" angeht, so habe ich bei mir den Eindruck, dass ich die Bässe so ziemlich am selben Fleck spiele, egal ob die Fellhand oben oder unten anliegt.


    Viele Grüße,

    Lance

  • huhu!

    Findest Du das wirklich, äh, wie soll ich das ausdrücken, eine kleinkarierte Frage?

    ich finde das ÜÜÜÜBERHAUPT nicht kleinkariert. entschuldige bitte, das sollte nicht so rüberkommen. es war ein versuch, witzig zu sein und mein geliebtes känguru mal wieder ins spiel zu bringen.

    nein, ich finde die frage sehr interessant, weil sie mich dazu bringt, sich der eigenen spielweise bewußt zu werden.


    salbei-kamillentee rüberschieb gegen den husten. bitte so heiß wie möglich in kleinen schlucken trinken.:)


    beste grüße von bina

  • Hallo alle miteinander,

    ich finde da hilft nur eines: Spielen, spielen, spielen und mit der Fellhand experimentieren. Dabei kann man, (und natürlich Frau, nicht daß mich noch eine Achtzigjährige vors Bundesverfassungsgericht zerrt) immer wieder neues entdecken.

    Bei jeder Bodhran ist es, je nach Haut und Stimmsystem auch wieder ein bisschen anders. Ganz abgesehen vom Einfluss des Wetters, denn auch bei ähnlicher Fellspannung (ich möchte für mich nicht in Anspruch nehmen mit den Stimmschrauben tatsächlich immer die genau gleiche Fellspannung zu erreichen) habe ich den Eindruck daß sich die Bodhrans mit Naturhaut trotzdem noch im Klang unterscheiden, auch wenn man versucht eine gleiche Spannung her zu stellen.

    Das kann aber auch daran liegen daß ich persönlich eine relativ nidrige Fellspannung bevorzuge.

  • Moin.


    Ich habe Bodhrans mit unterschiedlichen Fellen und unterschiedlichen Durchmessern.

    Manche Trommeln sind von Haus aus bassiger, manche grundsätzlich obertonreicher, intensiv oder gar nicht oder mittel getapet. Meistens tief gestimmt, aber auch mal knackiger.

    Ich spiele überwiegend im Sitzen aber auch im Stehen, letzteres aber bevorzugt mit einem Fuß auf dem Monitor.

    Ich spiele in trockeneren und feuchteren, wärmeren und kälteren Umgebungen.

    Der Mixer stellt meine Bässe manchmal trockener und manchmal wummeriger ein.

    Bei manchen Pattern muss ich sehr schnell von sehr tief auf sehr hoch wechseln, bei anderen sehr nah beieinander liegende Nuancen oder gar Tonfolgen spielen.


    Ich lege dann die Hand dort hin, wo es am ergonomischsten ist und schlage dort zu, wo es am schönsten klingt.


    Spielen, experimentieren, herausfinden, was in welcher Situation am besten funktioniert, halte ich für besser, als normativ vorzugeben, wie es sein sollte.


    Und da mich Meister Rolf ja unlängst "belehrte", dass man sich am wenigsten Gedanken machen muss, ob man etwas Downbeat oder Upbeat spielt, wenn man dazu in der Lage ist, dass beides gleich klingt, ist es am besten, man bringt sich auch hier in die Lage mehrere Varianten spielen zu können statt sich der Frage zu widmen, wie es sein "muss".


    Weiter oben war von einer "irischen Schule" die Rede.

    Die typisch deutsche Schule ist in vielen Bereichen die Frage nach dem Normativen als Ersatz für den Mangel an Kreativem.

    Nichts gegen Strukturen und Vorbilder, aber...


    Greetz


    Andreas


    2018er AustrHEDian Summer, 2014er Prauß, 2008er/2014er Siepmann, 2005er/2017er RWE-TwinSkin, 1975er J&R Glen
    (verkauft / verschenkt: 2 x Palisander, LL 2.0, BL 2.0, CL slim, CL "GoldenMaple", MOS).

  • Das unterschreibe ich sofort :-)


    Damit bringst Du es genau auf DEN Punkt!


    "Finde deinen eigenen Stil" , das bedeutet mach dich frei vom Normativem, das muss man aber erstmal so verinnerlicht haben, dass es auf Abruf präsent ist.


    Die Basics müssen im Schlaf sitzen, dann geht's los.


    In meiner Band muss die Bodhrán den Bass und die Drums rüberbringen, zusammen mit dem Gitarristen bilden wir die Rhythmusgruppe und sorgen dafür dass es ordentlich groovt und dazu ist alles erlaubt :-)

  • Danke Ulf.


    Ich möchte aber auch nicht missverstanden werden:


    Ohne das Aneignen der Basics, der Techniken, der Grundmuster , eines gewissen Timings usw. wird das alles nur ein wildes Freestyle-Gehämmere. Das und üben, üben, üben, lässt sich nicht umgehen.


    Aber AUSprobieren, seine Trommel und seine eigenen Möglichkeiten kennenlernen, Variationen und Alternativen suchen und finden, es auch einfach mal grooven zu lassen, sich zu lösen von allem, was andere vorgeben, gehört für mich mindestens genau so dazu wie das Streben nach dem Kopieren anderer Leut Techniken.


    Wobei ich jetzt keineswegs den Austausch von solchen Erfahrungen und dem Fragen danach, wie andere Spieler etwas tun oder überwiegend tun, abwürgen oder als kleinkariert negativ werten möchte.

    Schließlich ist dieses Forum auch genau dafür da.


    Greetz


    Andreas


    2018er AustrHEDian Summer, 2014er Prauß, 2008er/2014er Siepmann, 2005er/2017er RWE-TwinSkin, 1975er J&R Glen
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    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Andrakar ()

  • Viel kann man dazu ja jetzt nicht mehr schreiben. ;-)

    Meine Vorschreiber haben alle recht. Ob oberhalb oder unterhalb ist völlig wumms (<- hihi - wumms :D ).

    Solange du dich damit wohl fühlst und es sich so anhört, wie es sich anhören soll, spielt es keine Rolle wo dein Tipper auf dem Fell auftrifft.


    Das alles natürlich mit den richtigen Grundlagen und der richtigen Technik ;-)

    Du findest bestimmt irgendwann deine Art zu spielen und dann fühlt sich alles ganz natürlich und richtig an.

    War selbst lange auf der Suche nach der Art zu spielen, Tipperhaltung, usw. die mir zusagt.


    Euch noch nen schönen Mittwoch.


    Ade ;-)

    "Armselig der Schüler, der seinen Meister nicht übertrifft." - Leonardo Da Vinci

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    Larún

  • Hallo

    Nach über einem Jahr scheint dieser thread abgeschlossen, oder zumindest ausreichend bedacht worden zu sein. Ich habe dieses Jahr intensiv der Fellhand gewidmet und YouTube auf Anschauungsmaterial durchforstet. Für mich ist das Thema ganz und gar nicht erschöpft, im Gegenteil. Damit meine ich aber die Technik der Fellhand generell und nicht nur die Frage, ob die Basstöne über oder unterhalb der Fellhand gespielt werden, obwohl dies ein deutliches Unterscheidungsmerkmal in der Spielweise vieler Bodhránspieler darstellt.


    Mir geht es darum, einmal kritisch zu beleuchten, wo das Instrument Bodhrán spieltechnisch in Bezug auf die Fellhand steht und warum.


    Hier mag der eine oder andere abwinken und sagen: Hey Mann have fun, dont think too much!

    Ich habe seeehr viel fun beim Spielen, das schliesst aber die Freude am Nachdenken nicht aus, und so komme ich zur Zeit zu dem Schluss, dass der Technik der Fellhand (im Netz) bemerkenswert wenig Anschaulichkeit zuteil wird.


    Wie komme ich zu dieser Annahme? Dazu möchte ich etwas weiter ausholen. Die Bodrán ist bekanntermaßen ein sehr junges Perkussionsinstrument. Im Vergleich z.B. zum drumset fällt deutlich auf, wie sehr die Bodhrán noch in den Kinderschuhen steckt. Das drumsetspiel ist dagegen ein unendlich intensiv beackertes Feld mit tonnenweise Lern- und Lehrmaterial, Lernvideos etc. Das hat auch seinen Grund in einer einigermaßen einheitlichen Notation, die für die Bodhrán erst in Ansätzen vorliegt.


    Aber gerade das ist ein besonderer Reiz! Es gibt so viel individuell zu entdecken, das ist spannend und bedeutet auch Freiheit für alle, zu experimentieren, ohne an Konventionen gebunden zu sein. Ich finde das ungemein aufregend, geradezu einzigartig! Jeder darf seinen persönlichen Spielstil entdecken ohne in Kategorien von richtig und falsch zu fallen. Das macht Spaß! Hauptsache es klingt gut und nicht nur nach Pappe.

    Tja, und da wird es auf einmal schwierig. Dass ein Instrument gut klingen sollte, darüber besteht ja im allgemeinen Konsens, schließlich legt ein Trommelbauer alle Energie hinein, dies zu erreichen.


    Aber. Wie "gut" kann denn eine Bodhrán bitteschön überhaupt klingen, idealerweise? Legt das jeder selber fest?


    Interessanterweise gehen darauf die Videos, die ich gesehen habe kaum bis gar nicht ein. Da wird die Schlagtechnik behandelt: up and down, schön locker und so weiter, von "Klang" keine Rede. Dafür habe ich soweit Verständnis, wie ja erstmal überhaupt ein Klang zustande kommen muss und die Muskeln ohne Krampf sich auf die Bewegung einstellen müssen. Aber auch im Fortlauf der Instruktionen fällt kein Wort über den Zusammenspiel der Hände. Da wird halt gedrückt, irgendwie. Hier spreche ich wohlgemerkt von Video Instruktionen und nicht von Workshops oder gar Privatunterricht. Aber wer hat denn die Gelegenheit, regelmäßig Zugang zu Unterricht zu haben? Genau das ist für viele, auch für mich, ein Manko. Der Klangsinn schult sich aber nur durch die unmittelbare Hörerfahrung, durch das Vorspielen eines guten Lehrers oder Spielers. Hingegen ist das bei Aufnahmen schwierig nachzuvollziehen.


    Ich habe so gut wie kein Video gefunden, wo mal genauer dargestellt wird, mit welcher Herangehensweise man sich systematisch diesem Klangideal annähern könnte. Ist das nicht bemerkenswert? Liegt der Grund darin, dass man es nicht erklären kann und jeder doch selber suchen soll und muss? Die Fellhand ist im Medium YouTube völlig unterrepräsentiert.


    Gleichzeitig kann man die Vielfalt der Töne bestaunen, die auf dem Instrument hervorgebracht werden können bis hin zu Bassmelodien. Wie spielt man eine klare, saubere Bassmelodie? Irgendwie anders und mehr drücken? Und, um wieder zum Thema zurückzufinden, habe ich Vorteile, wenn ich die Töne oberhalb oder unterhalb der Fellhand lege, anordne und mir merken kann?


    Und da stelle ich einfach fest, dass sehr viele Spieler, darunter auch Spitzenspieler, die Fellhand mehrheitlich in die obere Hälfte des Felles platzieren. Ich fände es sehr spannend und Erkenntnis erweiternd, wenn man mal sehr gute Spieler nacheinander hören würde, auf demselben Instrument, mit demselben Tipper, mit unterschiedlicher (oder auch gleicher) Fellhandtechnik mit der Vorgabe, die ihrer Meinung nach besten Töne aus dem Instrument herauszuholen. Ohne Konkurrenzgedanken versteht sich. Eine anschliessende Diskussion darüber wäre so was von aufschlussreich.


    Die Bodhrán steht noch mitten in den Möglichkeiten, die dieses Instrument offenhält. Wie bei allen anderen etablierten Instrumenten wird die Entwicklung voranschreiten, auch methodisch und didaktisch. Genehm oder nicht genehm, werden dadurch Spielstile sich etablieren, die man "Schulen" nennen darf, was nichts anderes ist, als die Weitergabe von bewährten Techniken anerkannter Meister. Ich behaupte, das kann man jetzt schon online beobachten, auch ohne jemals in Irland gewesen zu sein, wie ich.


    Damit bin ich auch beim letzten, und wie ich finde entscheidenden Punkt angelangt. Die Möglichkeit auszuprobieren, für sich selber die geeignetste Spielweise herauszufinden, ist immer gegeben und jedem selber überlassen. Im Anfängerunterricht geht das selbstverständlich nicht. Dort trägt man die Verantwortung für die ersten Schritte des Schülers und muss sich für eine Herangehensweise entscheiden. Also oberhalb oder unterhalb? Da hilft auch nicht zu sagen: Kannste später umlernen, geht auch anders, Hauptsache es klingt gut.


    Es geht um eine ganz wichtige Prägephase und alles, was danach umgeprägt wird ist mühsam, manchmal sogar nicht mehr änderbar, da spreche ich durchaus aus Erfahrung. Es muss ja nicht jeder die Umwege machen müssen, die man selber unfreiwillig gemacht hat.


    Hier also die Frage: Welche Stellung der Fellhand ist für den Anfänger günstiger zu erlernen?

    Ich habe keine Ahnung und deshalb hatte ich diese Frage nach Vor- und Nachteilen mal ganz allgemein in den Raum gestellt.


    Im Übrigen darf sowieso jeder auf seine Art glücklich werden.


    VG

    Lance

  • Moin,

    Deine Frage: Welche Stellung der Fellhand ist für den Anfänger günstiger zu erlernen?

    Kann ich leider nicht pauschal beantworten.

    Jeder Teacher und jeder Spieler hat da seine Vorlieben eingepflegt und wo sich der eine oben rum besser fühlt und seinen Sound findet, macht es der nächste genau andersrum.

    Vermutlich gibt es darauf keine allgemein gültige Antwort, ich lasse mich aber gerne aufklären.

    Meine Regel als Teacher an die Schüler lautet, "Es gibt keine Regeln, ausser der, dass immer nur einer spricht aber alle trommeln".

    Ob die nun oben, unten, in der Mitte oder sonstwo draufkloppen ist mir sowas von egal, die Hauptsache ist, dass es groovt und tonal reproduzierbar ist, dann hat man etwas geübt, was man dann kann.

  • Ich kann ja mal sagen, was man bei mir lernt:

    Ganz am Anfang lernen die blutigen Anfäger: Hand tief, tiefer Ton, Hand hoch, hoher Ton, immer unter der Vorausetzung, dass das Fell über der Hand getroffen wird. Aber dann geht es schon recht schnell damit los, sich intensiver nicht nur mit der Position, sondern auch mit den verschiedenen Fellhandtechniken zu beschäftigen. Bei der Position geht es dann darum, herauszuarbeiten, wann ein Basston unter der Hand gespielt werden kann (wenn es schnell gehen muss) und wann die Hand unten doch sinnvoll sein kann (wenn man modulieren möchte). Dazu dann Hand dran, Finger dran, Handkante mit Druck und Handballen in verschiedenen Positionen.

    Youtube ist da vielleicht nicht repräsentativ, aber die Fellhand bekommt in meinem Unterricht mindestens so viel Aufmerksamkeit wie die Schlaghand. Eher noch mehr.

    Grüße

    Der Rolf

  • Lieber Lance,


    dass mir das etwas zu verkopft und normativ ist, erwähnte ich bereits anderswo.


    Ich halte etwas davon, Schülern erst die Basics, dann aber zumindest die Möglichkeiten für Varianten zu eröffnen.

    Also z. B. bei der Griffhaltung erst mal double ended / Kerry style, damit auch double ended Triplets machbar sind. Und erst später single ended oder den von mir inzwischen bevorzugten Baby Grip.


    Was das oben oder unten angeht:

    Ich fange mit oben an. (Nachtrag nach Rolfs Bemerkung unten: Also im Sinne von oberhalb der Fellhand anschlagen).

    Eine Fellhand, die zunächst unten ruht, dann mal nach oben klappt, und dann auch streicht und verkürzt, ist bei mir die Basis. Verbunden mit erst einmal Reel. Und zunächst stets über der Fellhand anschlagen.


    Beim Jig dann zunächst auch über der Fellhand, dann aber auch bald mehr ein Rollen der Hand in der unteren Mitte des Fells mit öffnen nach oben (unterer Handballen liegt an und drückt auch mal) für einen Downbeat über der Hand, und dann hochrollen der Hand, so dass der Daumen und Daumenballen anliegen, und dann öffnen nach unten, und einem Upbeat unter der Hand.


    Fazit:

    Zunächst Hand unten, Spiel über der Hand.

    Dann Varianten mit teilweise auch unter der Hand.

    Erst später Varianten mit überwiegend unten.


    Insgesamt wird es dann sehr abhängig von den Pattern und ihren von der Fellhand zurück zu legenden Entfernungen.

    Felldurchmesser ist auch ein Thema. Große Durchmesser ermöglichen mehr Varianten, bei kleineren muss man sich etwas einschränken und drückt mehr als dass man streicht.

    Oder beschränkt sich mehr auf oben. Oder unten(?).


    Und dann muss man seine eigenen Vorlieben und seinen Stil entwickeln.

    Und dafür versucht der Lehrer den Schüler zu befähigen und zu ermuntern.

    Und dann wieder ihn zu fordern, anderes als das Gewohnte zu probieren, und es ggf. in seinen Stil und seine Variationsmöglichkeiten erweiternd einzubauen.


    So brachte mich Stevie vom einst belächelten zum nun bevorzugten Baby Grip.

    So erweiterte Rolf mein Spiel um mehr Hand oben - Anschlag unten.

    Oder dazu einst ungeliebte Jigs zu lieben.

    Guido erzog mir Disziplin an.

    Christian liess mich meine Hardware besser verstehen und adequater zu nutzen.

    Und doch spiele ich wie... ich.


    Greetz

    Andreas


    2018er AustrHEDian Summer, 2014er Prauß, 2008er/2014er Siepmann, 2005er/2017er RWE-TwinSkin, 1975er J&R Glen
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    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Andrakar ()

  • Schön gesagt, das ist im Prinzip sehr ähnlich zu dem, was ich auch geschrieben habe.

    Kann es sein dass hier

    Was das oben oder unten angeht:

    Ich fange mit oben an.

    Eine Fellhand, die zunächst

    ein kleiner Fehler drin steckt und es heißen müsste: Ich fange unten an?

    Zumindest steht es ja so im Rest...

    Grüße

    Der Rolf

  • Moin Rolf.


    Mit "oben" war oberhalb der Fellhand gemeint. Im Sinne der Fragestellung des Threads.

    Also Hand eher unten, Anschlag darüber, also weiter "oben".

    Hätte wohl oberhalb schreiben sollen.


    Und ja, ich denke auch, wir sehen das ziemlich gleich.


    Und vermutlich auch, dass YouTube und Videos nicht das primäre Medium zum Erlernen von Instrumenten und gerade feinerer Nuancen sind.

    Dass dort die Feinheiten der Fellhand nicht so im Fokus stehen, sondern das eher old school für persönliches Lehren mit direktem Feedback ist, ist vielleicht ja auch gut so.


    2018er AustrHEDian Summer, 2014er Prauß, 2008er/2014er Siepmann, 2005er/2017er RWE-TwinSkin, 1975er J&R Glen
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  • Hallo


    Vielen Dank für die Beiträge.

    ROLF und Andrakar (wir haben zwei Andreasse im thread). Die Ausgangsfrage lautet zwar auf "Auswirkungen, Vor- und Nachteile" und nicht auf "Ausführung", aber die wesentliche Zusammenfassung dieser Herangehensweise ist schon mal hilfreich, vor allem, wenn jemand mal die andere (Fellhand oben, Basston unterhalb) vorstellen sollte, bisher fehlt das leider.

    dass mir das etwas zu verkopft und normativ ist, erwähnte ich bereits anderswo.

    Jaa, das habe ich schon beim ersten Mal verstanden, und ich dachte, dass meine indirekte Replik

    Ich habe seeehr viel fun beim Spielen, das schliesst aber die Freude am Nachdenken nicht aus

    auch so weit verstanden wurde. Offenbar nicht so ganz. Es hat eben jeder so seinen eigenen Erkenntnisdrang bez. der Bodhrán.


    Die wiederholte Bezeichnung "normativ" kenne ich im Zusammenhang mit Musik oder Instrumentaltechnik gar nicht und empfinde ich als befremdlich, da schwingt mir eine Angst vor schulischem Zwang mit, wozu ich keine Veranlassung gesetzt habe.


    Im Gegenteil. Wenn man die Ausgangsfrage einmal wertungsfrei versteht, dann geht es um Abwägung. Und selbstverständlich bin ich davon ausgegangen, dass zwei parallel existierende Ansätze ihre Daseinsberechtigung haben, sonst würde es sie nicht geben. Weder ist in meiner Fragestellung eine Konkurrenzgedanke enthalten noch eine "entweder oder" Entscheidung gefordert.

    Im Aspekt des Anfängerunterrichts ist allerdings eine Entscheidung notwendig, das liegt in der Natur der Sache.


    Hingegen werden die "basics" als notwendige Voraussetzung mehrfach genannt. Das finde ich paradox.

    Warum?


    Ich habe zwei Positionen zur Diskussion gestellt, die ich jetzt mal Homeposition nenne. Als Homeposition verstehe ich eine grundsätzliche (Grundsatz= Abweichungen sind möglich, also kein Dogma!) Ausgangsposition, wenn ich die Bodhrán zum Spielen ansetze. Eine Position, zu der ich immer wieder zurückkehre und mehrheitlich spiele. Naturgemäß wird der Basston dann oberhalb oder unterhalb der Fellhand angeschlagen. In dieser Homeposition gilt es, sich wohlzufühlen (jawohl, nicht auseinandergeschrieben) als vertraute Basis für alles Weitere.

    Es geht mir überhaupt nicht um die Berechtigung, Möglichkeit und Freiheit, Varianten anwenden zu können. Das ist für mich selbstverständlich.

    Es gibt so viel individuell zu entdecken, das ist spannend und bedeutet auch Freiheit für alle, zu experimentieren, ohne an Konventionen gebunden zu sein. Ich finde das ungemein aufregend, geradezu einzigartig! Jeder darf seinen persönlichen Spielstil entdecken ohne in Kategorien von richtig und falsch zu fallen. Das macht Spaß! Hauptsache es klingt gut und nicht nur nach Pappe.


    Der Spieler macht sich mit der Homeposition grundsätzlich spielbereit. Darum gehts mir.


    Wenn die Frage nach der Wahl der Homeposition und nach den Gründen für diese Wahl als verkopft und nicht als Basis der basics verstanden wird, dann verstehen wir unter "basics" nicht das gleiche. Die basics beginnen bei mir bevor ein Ton erklingt.


    Jedenfalls ergeben sich aus genannten homepositions verschiedene Körperhaltungen, Wege, Distanzen. Und auch verschiedene Klänge? Das war meine explizite Frage.

    Mir geht es dabei sehr um die Klangunterschiede

    Darauf ist aber kaum bis gar nicht eingegangen worden. Einzig Andreas KO420 hat für mich wesentliche Dinge hierzu aufgezählt. Wer z.B. die Wischgeräusche absolut nicht will, ist mit der Fellhand oben/ Basstöne unterhalb Homeposition einfach besser bedient. Das kann schon das ausschlaggebende Kriterium sein, was aber nicht das andere überflüssig macht.

    Mir ist zur Zeit die Übersichtlichkeit der linearen Anordnung der Töne wichtiger als Wischgeräusche, deshalb gebe ich der Homeposition Fellhand unten/ Basstöne oberhalb den Vorzug (neben dem besseren Klang, den ich erziele).

    Youtube ist da vielleicht nicht repräsentativ, aber die Fellhand bekommt in meinem Unterricht mindestens so viel Aufmerksamkeit wie die Schlaghand. Eher noch mehr.

    Ja, das glaube ich aufs Wort, auch wenn ich keinen Anfängerunterricht von Dir erhalten habe. Ich erinnere mich noch sehr genau, wie Du mir die Fellhandstellung für den offenen Bass korrigiert hast, das war ein Ohrenöffner. Deshalb habe ich auch ausdrücklich ausgeschlossen:

    Hier spreche ich wohlgemerkt von Video Instruktionen und nicht von Workshops oder gar Privatunterricht. Aber wer hat denn die Gelegenheit, regelmäßig Zugang zu Unterricht zu haben? Genau das ist für viele, auch für mich, ein Manko.

    Und ich erinnere mich auch an Andrakars charmante Bemerkung, meine Töne klängen wie Pizzakarton, und damit hattest Du vollkommen Recht, lieber Andreas, was mich schließlich veranlasst hat, systematisch und gründlich daran zu arbeiten und u.a. hier Fragen zu klanglichen Unterschieden zu stellen. So verrückt kann Leben sein.


    YouTube


    Wie im eigenen Zitat oben beschrieben, gehöre ich zu denen, die nicht Zugang zu Unterricht zu vernünftigen Bedingungen haben. In den drei einhalb Jahren, die ich jetzt spiele, habe ich sieben einhalb Workshop-Tage und einmal Privatunterricht genießen können, mehr lag aus beruflichen Gründen nicht drin. Das kann gar nicht ausreichen, um ein Instrument zu erlernen, selbst bei fünf mal so vielen Tagen nicht.


    Ich sehe das so:

    Die meisten sind dadurch so etwas wie angeleitete Autodidakten und deshalb behaupte ich, dass nicht nur ich auf das Medium YouTube als Lern- und Inspirationsquelle angewiesen bin.

    Die Vielzahl der Videos und die unterschiedliche Qualität vermittelt mir dabei durchaus den Eindruck, einen internationalen, repräsentativen Querschnitt vorzufinden. Und in diesem Querschnitt finde ich so wenig bis keine Aufmerksamkeit für Fellhandtechnik und einhergehender Klangqualität, dass ich mich nur wundern kann.

    Wo wird denn auch nur bloß erwähnt, dass man die Bodhrán einstimmen kann und soll? Ja, wenn das nicht mal klar ist, dass es eine Voraussetzung braucht, nämlich eine gute Grundstimmung, um überhaupt einen guten Klang zu ermöglichen, dann geht doch alles an dem Thema vorbei! Dann wird alles nur zur rhythmischen Geräuschkulisse.


    Es ist unfassbar, dass im Lernvideo "Bodhrán Soup" von Eamon Murray, einem Weltklassespieler, weder erwähnt wird, dass es stimmbare Bodhráns gibt, noch dass er just eine spielt, geschweige denn, dass es notwendig ist, diese zu stimmen. D.h. das Instrument spielbereit zu machen.

    Das passt absolut zu dem, was Christian zu einem Bodhrán-Wettbewerb bemerkt hat, dass nämlich viele besser abgeschnitten hätten, wenn sie denn ihr Instrument gestimmt hätten.


    Man stelle sich einen Gitarren Wettbewerb vor, wo die Kandidaten mit verstimmten Gitarren ankommen. Also der Wettbewerb wäre schnell zu Ende. Undenkbar!

    Es passt auch, dass Christian das Thema "Bodhrán stimmen" immer wieder auf Workshops anbietet, so auch heuer auf Craiceanne.



    Es geht mir im zwei allgemeine Grundbedingungen des Musizierens:


    • Wie mache ich mich spielbereit? (Haltung, Position des Instruments, Wahl des Tippers etc.)
    • Wie mache ich das Instrument spielbereit? (Pflege, Stimmen etc.)


    Des Weiteren habe ich mir zum Thema Klangvorstellung die Frage gestellt, wie eine Hörerfahrung sich überhaupt unter den genannten Bedingungen etablieren kann:


    Wie "gut" kann denn eine Bodhrán bitteschön überhaupt klingen, idealerweise? Legt das jeder selber fest?

    Der Klangsinn schult sich aber nur durch die unmittelbare Hörerfahrung, durch das Vorspielen eines guten Lehrers oder Spielers. Hingegen ist das bei Aufnahmen schwierig nachzuvollziehen.


    Immer wieder lese ich, dass das Experimentieren, das Spielen und Üben wichtig sei, nach der Art learning by doing. Dabei wird übersehen, dass ein Experiment notwendigerweise eine Fragestellung braucht, sonst ist es kein Experiment, sondern ein Hoffen auf den guten Zufall. Und dieser gute Zufall muss sich dann noch wiederholen lassen, damit ein Lerneffekt überhaupt eintreten kann. Das sei noch angefügt zum Thema "verkopft".


    Die Frage also nochmal konkret gestellt:

    Wie kann ich eine ideale Klangvorstellung von der Bodhrán entwickeln und zum Vorbild nehmen, wenn ich keinen regelmäßigen Unterricht haben kann und auch keine Anleitungen durch Lernvideos diesbezüglich zur Verfügung stehen?


    Diese Frage habe ich für mich praktisch gelöst und ist für mich der persönliche Gewinn aus diesem thread ganz nach dem klassischen Prinzip: Die Lösung, auf die man selber kommt, hat den größten Lerneffekt.


    • Ich stimme die Bodhrán auf "D". (Mache ich plus/minus immer so, das gibt mir eine gleiche Ausgangslage beim Üben und eine passende Stimmung auf der Session.)
    • Dann nehme ich ein Rundholz in die Fellhand (z.B. eine clave), nicht zu dick und zu lang, und drücke damit auf das Fell anstatt mit der Hand.
    • Durch die gerundete Kante wird das Fell sauber abgetrennt und die Töne erklingen direkt oberhalb der Kante angeschlagen so rein, dass man eine Tonleiter spielen kann.
    • Daraus wähle ich mir fünf Referenztöne vom Bass bis zum pop, die ich mit der Hand so gut wie möglich zu reproduzieren versuche. Das bedeutet, ebenso präzise wie mit dem Holz abzugreifen und mich so weit wie möglich diesem Klangideal zu nähern.

    Fertig.


    Hätte ich das nur vorher gewusst, dann wären mir manche Umwege erspart geblieben, denn

    Es muss ja nicht jeder die Umwege machen müssen, die man selber unfreiwillig gemacht hat.


    Viele Grüße,


    Lance

  • Lieber Lance,


    zunächst einmal sind in einem Meinugsaustausch abweichende Meinungsäußerungen nie bös gemeint. Ich weiß, ich klinge manchmal alles andere als "charmant".


    Ich bleibe allerdings dabei, dass mir einige Deiner Gedanken zu "normativ" im Sinne eines Nachjagens nach einem Ideal, das es für mich bei diesem Instrument so nicht gibt, klingen. "Rein", "präzise", "Klangideal'," Vorbild'...


    Ich greife mir von Deinen vielen Ansätzen mal den mit dem "Stimmen", und das auch noch auf einen Ton, und dem anschließenden Merken von Tönen und Stimmleitern spielen, heraus:

    Ich bezweifle, dass ein Naturfell diese Stimmung lange hält. Handschweiß, Reibungswärme, Temparatur, Luftfeuchtigkeit... die Biester reagieren schneller als jedes Saiteninstrument, gerade auf die Fellhand. Da hilft auch kein ständiges Nachstimmen. Präzise Töne...?


    Auch wenn das Basslinienspielen auf der Bodhran manchmal nett ist, kann man sie kaum als WannaBeBassGuitar ge- oder missbrauchen.


    Ich habe die Praxis(!) des sogenannten Stimmens der Bodhran immer als Wahl der Grundspannung des Fells verstanden, erlebt und praktiziert.

    Will ich es möglichst bassig, dann so weit "herunter stimmen", dass das Fell gerade nicht labberig wird. Das mag bei jedem Fell ein anderer 'Ton" sein; das Stimmgerät ist schon vor Jahren aus der Bodhrantasche geflogen (und ich sehe auch nie welche, oder Smartphones mit StimmApp bei Spielern im Einsatz).

    Jedes "mehr anziehen" kostet Basstiefe.

    Andere "stimmen höher", aber nicht primär für einen höheren Ton, sondern weil alle höheren Töne dann mit weniger Drűcken erzeugt werden können, und weil die höhere Grundspannung bei wenig Druck einen höheren Rebounce erzielt, was schnelleres Spiel erleichtert, trockenere Plops vereinfacht, usw..


    Mit den "Stimm"schrauben eine tiefere oder höhere Grundspannung "einstellen", das Fell gleichmäßig oder mit unterschiedlich gespannten Bereichen zu versehen, das Fell bei Temparatur- und Feuchtigkeitschwankungen "nachzuregulieren", bei unterschiedlichen Stücken mit mehr oder weniger Rebound und mit niedriger oder höherer Stimmlage zu spielen, sind für mich das, was die Stimmsysteme ermöglichen.

    Und natürlich merke auch ich mir dann, wo ich anschlagen und wo und wie ich streichen muss, um den jeweiligen gewünschten "Ton" zu erzielen.


    Aber mit einem Stimmgerät die Bodhran auf einen Ton zu "stimmen" und dann Tonleitern wie auf einem Saiteninstrument präzise abzugreifen, und das während des gesamten Spiels - da greif ich mir lieber die Bassgitarre.

    Oder ein Schlagzeug mit unterschiedlich gestimmten Toms.

    Das es auf der Bodhran zu 'simulieren" schon mal Spaß macht, aber nicht wirklich "ersetzt".


    Das als Beispiel für völlig unterschiedliche Verständnisse, Auffassungen, Herangehensweisen und Praktiken nur zu diesem einen Punkt von Dir.

    Ohne Anspruch auf "richtiger" oder "besser".


    Und ähnlich geht es mir mit oberhalb oder unterhalb der Fellhand spielen.

    Die Hand ist unten entspannter, besser durchblutet (das ist bei langen Sessions und Auftritten ein echter Faktor), schmiegt sich mit der Handkante besser an heutige getrichterte Stimmrahmen. Bässe klingen für mich oben besser, weil vielleicht Anschlagwinkel und Kraft besser dosierbar sind.

    Trotzdem spiele ich betonte knackige Ups lieber unterhalb.

    Oder wenn ich sehr viel oben ploppe, schnell die Bässe unterhalb.

    Ich kann gerne beides, aber oberhalb besser, weil ich es einfach öfter mache.


    Soll jetzt jemand "richten" und das eine oder andere zur Norm erklären...


    Heute Abend schau ich mal bewusst hin wie Aimee das bei Cara macht.


    Schönes Wochenende,


    Andreas


    2018er AustrHEDian Summer, 2014er Prauß, 2008er/2014er Siepmann, 2005er/2017er RWE-TwinSkin, 1975er J&R Glen
    (verkauft / verschenkt: 2 x Palisander, LL 2.0, BL 2.0, CL slim, CL "GoldenMaple", MOS).

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  • Nachtrag



    Warum gerade fünf Töne?

    Sie sind gut zu merken. Basston und Pops oben sind durch den Rahmen definiert, die drei zwischenliegenden Töne decken das Spektrum zwischen hoch und tief ab, auch auf einer großen Bodhrán. Das bleibt überschaubar und ist trotzdem sehr anspruchsvoll.

    Viele Wege führen nach Rom.



    Meine Töne/Klänge habe ich mir so erschlossen:


    • Fünf Töne harmonisch verteilt als Grundgerüst üben, nur mit down Beat: rauf und runter, rauf runter......monatelang, bis alle Töne einen gleichen "Sitz" und gleiche Klangqualität haben. (Nebenbei ergibt das keine Tonleiter, auch keinen Tonleiterausschnitt, sondern eine freigewählte Skala.)
    • Die Töne einzeln treffen können. Verschiedene Kombinationen dieser fünf Töne üben. Down und up Beat kombinieren.
      • Damit wird die Möglichkeit trainiert, "following the tune" spielen zu können.
      • Es ermöglicht, jedes Pattern frei mit diesen Tönen zu variieren, was bereits zu unerschöpflichen Varianten führt und letztlich frei macht von vorgespurtem Patternspiel hin zum persönlichen Spielstil.
    • Die "Zwischenräume" werden gefüllt mit Zwischentönen oder anders produzierten Tönen (Handballen). Die Zahl der bewusst anspielbaren Töne ergibt, gepaart mit nur wenigen rhythmischen Grundstrukturen, jetzt eine unendliche Komplexität.
    • Vorlieben, Wege, Klangkombinationen, Gewohnheiten bilden sich aus.
    • Hinzu kommen Spezialklänge, wie rim click, roll, Flageolett, Wawa Klänge, was einem so gefällt....
    • Und der persönliche Spielstil ist da, geprägt durch den Wunsch, einen guten Klang zu produzieren und dem guten Gefühl, zu wissen, was man tut.

    Und, um jetzt wieder im großen Bogen zur Ausgangsfrage zurückzukommen: Dieses Spielsystem, das ich mir erarbeitet habe (Homeposition Fellhand unten/Bass oberhalb) ist mir in der stufigen Anordnung der Töne/Klänge klarer vorstellbar und bewusster spielbar, im Grundsatz versteht sich.


    Viele Wege führen nach Rom, aber nicht alle.


    Viele Grüße,


    Lance



  • Das würde ich ja gerne mal von Dir hören.

    5 Töne, dann von oben nach unten, von der kleinsten zur größten Tom jeweils 3 Schläge und zum Schluss nen BassKick, ist ja auch ein typischer SchlagzeugRoll, den man auf der Bodhran schön -"simulieren" kann, in dem man entsprechend mit beiden Händen von oben nach unten geht. Mache ich auch oft und gerne als Fill.

    Klingt alles ziemlich nach "Bodhrumming" (und wie Du sagst "follow the Tune"; mag ich sehr!

    Wenn Du das mit so einer wie beschrieben eingeübten Präzision hinbekommst - Hut ab!


    Ganz lieben Gruß vom -"Pizzamann" Andreas!


    2018er AustrHEDian Summer, 2014er Prauß, 2008er/2014er Siepmann, 2005er/2017er RWE-TwinSkin, 1975er J&R Glen
    (verkauft / verschenkt: 2 x Palisander, LL 2.0, BL 2.0, CL slim, CL "GoldenMaple", MOS).

  • Lieber Andreas


    Mit Dir kann man prima diskutieren:


    zunächst einmal sind in einem Meinugsaustausch abweichende Meinungsäußerungen nie bös gemeint.

    Das weiß ich doch!

    Die Hand ist unten entspannter, besser durchblutet (das ist bei langen Sessions und Auftritten ein echter Faktor), schmiegt sich mit der Handkante besser an heutige getrichterte Stimmrahmen. Bässe klingen für mich oben besser, weil vielleicht Anschlagwinkel und Kraft besser dosierbar sind.

    Na also, das ist doch mal eine Aussage im Sinne der Fragestellung. Ein überraschendes Argument mit der Durchblutung



    zu "normativ" im Sinne eines Nachjagens nach einem Ideal, das es für mich bei diesem Instrument so nicht gibt, klingen. "Rein", "präzise", "Klangideal'," Vorbild'...

    Da unterschätzt Du das Instrument. Für mich ist die Bodhrán gleich zu sehen wie alle anderen Instrumente, und da gibt es das von Dir verneinte sehr wohl und ganz selbstverständlich. Nur ist ein Klangideal nicht "genormt", sondern individuell empfunden, das habe ich stillschweigend vorausgesetzt.

    "Wer sich keine Ziele setzt, landet da, wo er nicht hin wollte."


    ich bezweifle, dass ein Naturfell diese Stimmung lange hält. Handschweiß, Reibungswärme, Temparatur, Luftfeuchtigkeit... die Biester reagieren schneller als jedes Saiteninstrument, gerade auf die Fellhand. Da hilft auch kein ständiges Nachstimmen. Präzise Töne...?

    Ich habe damit keine Probleme auf der Session, im Pub, wo es all das gibt. Meine Hände sind im allgemeinen trocken.

    Wie schon erwähnt, gehe ich so vor:


    Ich kann z.B. den Basston, wenn ich die Fellhand unten habe, noch durch drücken der Handkante/kl. Finger höher stimmen, um ihn ggf. anzupassen. D.h. ich stimme die Bodhran immer einen Tick unter der gewünschten Tonhöhe ein, denn nach oben kann ich damit noch korrigieren, nach unten gehts natürlich nicht.

    D.h. ich habe einen intonatorischen Spielraum während des Spiels nach oben und nach unten, das reicht allemal für einen tune. Danach kann ich wieder nachstimmen. Nach einer halben Stunde hat sich meine Bodhrán akklimatisiert und verändert sich nur noch gering. Wenn man das Instrument immer auf dieser Stimmung belässt, bleibt es stimmstabiler.


    Auch wenn das Basslinienspielen auf der Bodhran manchmal nett ist, kann man sie kaum als WannaBeBassGuitar ge- oder missbrauchen.

    Ja eben, ist nett, nicht nur im Solo.

    Missbrauch ist ein Totschlagargument. Warum nicht alle Möglichkeiten ausschöpfen wollen? Der Instrumentenbauer freut sich darüber? Sonst bräuchten wir doch keinen Kompressorstimmrahmen, change head, Entkoppelungen, Felle von Känguru bis Hirsch etc.

    das Fell gleichmäßig oder mit unterschiedlich gespannten Bereichen zu versehen

    Unterschiedlich gespannte Bereiche? Ja, dann wundert es mich nicht, wenn Du die Möglichkeit einer reinen Stimmung bezweifelst! Da wird man es schwer haben, wieder eine gleichmäßige Randstimmung herzustellen, Naturfelle mögen das nicht.

    Und natürlich merke auch ich mir dann, wo ich anschlagen und wo und wie ich streichen muss, um den jeweiligen gewünschten "Ton" zu erzielen.

    Ist das jetzt nicht ein bisschen schwer nachzuvollziehen? Du betonst die Vielfalt der Grundstimmungen der Bodhrán und kannst Dir dennoch gut merken, wo welche Töne liegen?


    Das es auf der Bodhran zu 'simulieren" schon mal Spaß macht, aber nicht wirklich "ersetzt".

    Ich simuliere oder ersetze gar nichts. Ich bin auch kein Drummer. Die Bodhrán ist ein authentisches Instrument.

    Aber mit einem Stimmgerät die Bodhran auf einen Ton zu "stimmen" und dann Tonleitern wie auf einem Saiteninstrument präzise abzugreifen, und das während des gesamten Spiels - da greif ich mir lieber die Bassgitarre.

    Ich habe weder von einem Stimmgerät noch von Tonleiterspielen gesprochen. Ich habe noch nie versucht, die Bodhrán mit einem Stimmgerät zu stimmen. Geht das überhaupt? Auf der Session stimmen Gitarre und Geige ein, da liegt ständig ein "D" in der Luft. Die Fünf Töne, die ich gemeint habe, sind gute Referenztöne oder Klänge und, wie Du sicher weißt, keine Tonleiter.


    Noch zum "D".

    Ich habe nirgends gefordert, dass dieser Ton eingestimmt werden muss. Ich tue es, weil dieser Ton nicht stört, sondern noch zum harmonischen Spektrum fundamental beitragen kann in den häufigsten Tonarten D-Dur, G-Dur, und auch A-Dur.


    Ausserdem ist ein immer gleich günstiger Ausgangspunkt besser für einen Lerneffekt. Das gilt für alle Instrumente. Man stelle sich vor, man müsste auf einer immer verschieden gestimmten Geige spielen....


    Man kann immer wieder in Sessionregeln (sehr normativ übrigens) lesen, dass Basstöne auf der Bodhrán mit Vorsicht anzubringen sind. Warum eigentlich? Mir fällt nur ein Grund ein. Wenn der Basston neben der Harmonie liegt, dann stört das ungemein!


    Ein Basston ist ein Fundament und wenn der schief ist, dann steht auch der Turm schief.

    Mir ist auf keiner Session angedeutet worden, dass ich damit vorsichtig sein soll. Im Gegenteil, ich gehe eher voll rein, weil ich sicher bin, dass es gut passt. Ich benutze den Bass als Element, mit dem ich noch mehr Schub erzeugen kann. Dafür habe ich nur positive Rückmeldungen erhalten.


    Trotzdem kann man die Bodhrán auch ohne konkrete Grundstimmung passend spielen, das habe ich nie bezweifelt. "Spielbereit" bedeutet, gut klingend in der Grundstimmung als Vorrausetzung gut klingender Folgetöne.


    So, das ist jetzt ein sehr langes Lied geworden, das hätte ich nicht gedacht. Ich bin wahrscheinlich der Einzige im Forum, der erfahren durfte, dass ein Kommentar nur 10 000 Zeichen haben darf. Hihi.


    Lieber Andreas, es hat mir sehr viel gebracht, mit Dir zu diskutieren. Ich freue mich, wenn wir uns mal wieder auf nem Workshop sehen, wer weiß. Bis dahin werde ich mich gut vorbereiten. Hic Rhodus, hic salta. Das wäre spannend!


    In dem Fall würde ich aber auch gerne eine, oder zwei, Pizza(s) mit Dir verdrücken (mein Lieblingsessen) und anschließend den Karton verkloppen, so als praktische Anschauung.


    Viele Grüße,


    Lance

  • Hier noch drei Videos, die mich inspiriert haben und in Zusammenhang mit dem thread stehen.


    Kieran erläutert hier sein Schlagtechnik und die Fellhandtechnik. Sehr interessant, vor allem weil beide Techniken eine gemeinsame Ausgangsstellung haben. Ebenso habe ich hieraus die Idee der fünf Referenztöne (Kieran geht von drei aus) und auch die Bezeichnung "home", bei ihm der mittlere, häufigste Ton, bei mir "Homeposition" = die Ausgangsstellung der Fellhand.


    Er plädiert sehr für die Fellhand oben, Basston unterhalb Technik und kann somit als Vertreter dieser Position in diesem thread gelten. Dieses Video hat mich überhaupt auf die Fragestellung gebracht.


    https://www.youtube.com/watch?v=64Hsus6aPzE


    Abe Doron zeigt hier sehr schön im Duo mit der Flöte, wie man mit einem Klangholz (sieht man nicht wirklich, ist aber sehr wahrscheinlich) reine Töne erzeugen kann, mit der er die Flöte imitiert und die Flöte ihrerseits mit ihren Mitteln die Bodhrán. Sehr schön, wie die Bodhrán als ebenbürtiger Partner auftritt.



    Cormac stimmt nach eigener Aussage seine Bodhrán auf "D", auch hier hört man den Grundton "D" ziemlich rein für eine ungetapte Bodhrán. Er spielt den Flageolett Ton, der eine Oktave höher klingt als der Grundton zusammen mit dem Pizzicato der Geige, also lauter D's.

    Bisher ist das die einzige Aufnahme, wo ich den Flageolett Ton auf der Bodhrán gezielt eingesetzt höre.

    Dem Flageolett-Ton könnte man mal ein eigenes Kapitel widmen....



    Ich hoffe, die links sind abrufbar!


    Viele Grüße,


    Lance

  • Lieber Lance,


    ja, schöne Diskussion, und ich denke über einiges was Du geschrieben hast, nach und werd mal was ausprobieren.


    Videos: Klasse...

    ...aber Du denkst schon daran, dass es ein weiter Spagat zwischen Deinem angefragten "was ist für Anfänger warum besser" und einem einstudierten Teacher's Recital Show off beim Creacann ist, gelle?


    Daher Nachtrag zu Aimee, immerhin 2010 Weltmeisterin:

    (Sie saß mit Fellhand zum Publikum, und ich in der ersten Reihe direkt vor ihr.)


    Sie hat gestern das komplette Konzert ausnahmlos die Hand oberhalb der Mitte gehabt.

    Tonhöhe fast ausschließlich durch Ballendrücken, dämpfen durch spreizen und anlegen der Finger in derselben Position.

    Bis auf die Plops alles unterhalb der Fellhand gespielt.

    Für die Bässe die Fellhand ganz nach oben, oft offen gespielt, die Trommel sogar oft sichtbar angehoben.


    Darauf angesprochen, sagte sie, das sei der Ergonomie geschuldet, die Trommel habe einen recht tiefen Rahmen und kleinen Durchmesser (sah nach MONS aus) , ihr täten momentan anders Arm und Schultern weh, und sie erwäge eine flachere evtl. im Durchmesser größere.


    Ich hole meine mitgebrachte 40x14 zum signieren raus, sie probiert sie gleich aus, und spielt auf einmal mit beiden Händen über die gesamte Fläche...


    Pizza klingt gut; Du zeigst mir dann auf den Kartons das tonal präzise spielen.


    Gruetzi in die Schwiez!


    2018er AustrHEDian Summer, 2014er Prauß, 2008er/2014er Siepmann, 2005er/2017er RWE-TwinSkin, 1975er J&R Glen
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  • Moin

    Ich komme gar nicht hinterher.

    Was mir auffiel: Homeposition: Diese ist bei mir am Anfang in der Mitte. Hand in der Mitte, so dass der Zeigefinger ungefähr in der Mitte liegt. Anschlag kurz darüber. Das erlaubt dem Anfänger, ohne Veränderung der Schlagposition, nur durch Verschieben der Fellhand nach unten, schon mal die Hälfte der Trommel auszunutzen. Er kann sich komplett auf seine Fellhand konzentrieren, sobald die Schlaghand einigermaßen sicher läuft. Der Anfänger lernt dabei auch, dass Rhythmus nicht nur von der Schlaghand kommt, sondern verschiedene Pattern entstehen können, ohne auch nur einen Deut an der Schlaghand zu ändern. Je nachdem, wo zu welcher Zählzeit gerade die Fellhand ist.

    Zum Stimmen: Neben der Tonhöhe ist es essentiell, dass das Fell in sich gestimmt ist, so dass es gut schwingen kann. Wenn man es leicht um 12, 3, 6, und 9 Uhr (auf dem Fell! Nicht zur Uhrzeit :-) ) anschlägt, ca 2.cm von Rand entfernt, soll überall der gleiche Ton rauskommen. Das ändert sich gerne mal während des Spielens, gerade wenn man immer an einer Stelle drückt. Dann da die zwei bis drei Schrauben in dem Bereich nachziehen, bis es wieder gleich klingt. Und am nächsten Tag nochmal kontrollieren, ev. müssen die Schrauben wieder zurück.


    Einen ganz sauberen Ton kann es aus physikalischen Gründen nicht geben, da wir ein Fell ohne Paukenkessel haben und keine Saite. Man kann sich aber annähern. Korrekt ist es, nicht genau auf den Ton zu stimmen, denn sobald die Hand dran kommt, ändert es sich eh wieder, einen ganz offenen Ton spiele zumindest ich eher selten.

    Zum Bass ist glaube ich alles gesagt, oben oder unten ist nahezu identisch. Wichtig vielleicht noch als Ergänzung: Es macht einen Riesenunterschied, ob die Handkante der Form der Bodhran folgt, also sich am Stimmrahmen anschmiegt, oder ob sie gerade ist, oder nur die Finger am Fell liegen. Ersteres klingt immer sauberer.

    Grüße

    Der Rolf