Bodhran bespannen

  • Hallo Leute,
    hab vorgestern die erste Bodhran neu bespannt. Die wichtigsten Info' s hab ich von der "ceolas-Seite" (siehe Links). Getreu nach dem Motto "alle guten Dinge sind drei" hab ich auch soviel Versuche benötigt.
    Die Bodhran gehört einer Bekannten, die sie mit einem neuen Fell günstig erstanden hat. Da in unserer Umgebung kein Spezialist für solche Sachen auffindbar war, hab ich mich selber dran gemacht.
    Der erste Versuch schien schon ein Volltreffer zu sein. Doch nach dem Trocknen war sie dann sehr stramm gespannt. Ist zwar eine Stimmbare, aber selbst die lockerste Einstellung war zu hart. Also auf ein zweites. Diesmal hatten wir das andere Extrem. Sie war viel zu locker bespannt, und was noch viel schlimmer war, sie war ungleichmäßig gespannt. An einer Stelle waren fürchterlich Blasen, so dass es ein Nachstimmen es auch nicht ausgeglichen hätte.
    So gab es dann noch ein dritten Versuch. Hier hab ich das Fell erst mit Pappstreifen und Wäscheklammern auf dem Stimmring fixiert (so bekam das Fell die richtige Form) und als es dann recht angetrocknet war, die Klammern und Pappstreifen entfernt und es auf den Rahmen aufgezogen.
    Wenn ich mal Zeit finde, werde ich mich an meine erste selbstgebaute Bodhran herantrauen.
    Dann wird es einen weiteren Bericht geben und, wenn ich es nicht wieder vergesse, auch mit Fotodokumentation.
    Eins sei noch angemerkt. Es hat viel Spass gemacht, auch wenn es nicht gerade einfach war.

    Wenn jemand bereits Erfahrungen mit dem Bau gemacht hat, würde ich mich über Tipps freuen.

    Bis dahin Winni
  • Das Fell darf nur handfest (bis zum ersten Widerstand) gezogen werden! Habe schon mehrfach Bodhrans bezogen. Eine stimmbare braucht keine harte Stimmung, da sie ja gestimmt werden kann. Es ist sogar von Nachteil zu sehr zu ziehen, da zu viel Spannung bekanntlich nur durch Feuchtigkeit ausgeglichen werden kann! ;)
    Ein weiterer Trick ist, dass Du nicht, wie bei arabischen Trommeln gegenüberliegend spannst, sondern immer in ca. 1/5tel-Schritten...
    heißt mit 5 Anhaltspunkten schräg und dann immer die Hälfte. Genauer wollte ich das noch auf meiner Seite klären! ;)
  • Hi,

    ich bespanne meine selbstgebauten B's anders:
    Man nimmt den Rahmen und schraubt den Stimmring so weit heraus wie er stehen soll, wenn das Fell trocken und fest gespannt ist. Hierbei kann man sich ja an anderen B's orientieren - zu wenig herausgedreht läßt weniger Spiel beim Entspannen, zu viel kaum Raum zum Spannen. Dann markiert man sich an zwei gegenüberliegenden Stellen jeweils den Punkt auf dem Rahmen, an dem das Fell befestigt werden soll. Nun kann man mittels eines Maßbandes den Durchmesser des Felles im trockenen Zustand bestimmen und auf das trockene Fell übertragen. Man sollte an jedem Rand ca. 5mm für das an der Befestigung überstehende Fell zugeben (die Länge wurde ja von Befestigung zu Befestigung gemessen und niemand tackert direkt am Rand des Felles...) den Durchmesser auszirkeln und das Fell zuschneiden.

    Nun wird das Fell ausgiebig gewässert (darf ruhig eine Stunde oder mehr dauern - je nach Beschaffenheit). War das Fell sehr hart, so kann man es während dem Wässern ausgiebig walken und kneten. Das macht es von vorneherein geschmeidiger.

    Das nasse aber abgetropfte Fell wird dann an einer Stelle des Rahmens entsprechend der Markierung festgetackert. Dann tackert man die (exakt) gegenüberliegende Seite auch entsprechend der Markierung fest. Damit man es nicht schräg zieht kann man den Spannring schon vor dem Festtackern entsprechend weit (und gleichmäßig!) herauskurbeln. Auf jeden Fall muß man dies nach dem tackern der 2. Befestigung tun. Die Fellspannung sollte dabei so sein, daß das Fell straff gespannt ist, aber nicht gezogen bzw. gedehnt wird. Nun tackert man abwechselnd gegenüberliegende Seiten fest, wobei man die Abstände zwischen den Befestigungen immer halbiert. Wenn man beim Spannen des Felles immer die gleiche Kraft aufwendet, brauch man keine Angst vor ungleichmäßiger Bespannung haben.

    Wenn alle Zwischenräume zugetackert hat, kann man den überstehenden Fellrest abschneiden (nicht zu dicht am Tacker, damit es nicht ausreißen kann).

    Nun trocknet die B mehrere Stunden, wobei man den Spannring immer weiter zurückkurbelt. Dies nicht vergessen, sonst entstehen enorme Kräfte. Nun noch ein Band über die Befestigung, das die ganze Tackerrei abdeckt und ... DICKE-DI-DACKE-DI-DICKE-DI-DACKE-DI....
  • Hallo Thorralf, auf deiner Webseite hast du eine Frage zum Kleben von Fellen. Ich wollte es dir nicht ins GB Posten, damit alle was davon haben. Deshalb findest du es jetzt hier.

    Hier nun meine Idee:

    Wenn du ein Fell kleben willst, dann fände ich die Spannvorrichtung von Brent W. Santin (auf [URL=http://www.bodhran-online.de]www.bodhran-online.de[/URL] unter Grundlagen zu finden) in Kombination von kräftigem Faden, der an der zu klebenden Stelle, außen um das Fell mehrfach eng nebeneinander und möglichst fest um den Rahmen gewicklt wird als eine testenswerte Idee. Den Faden kann man dann nach dem Abbinden/Trocknen des Leims wieder abnehmen. Alternativ und um keine kerben/Riefen im Fell entstehen zu lassen, kann man sicher auch einen schmalen Streifen Furnier o.ä. unterlegen - naja oder natürlich anschließend den obligatorischen Samtstreifen darübersetzen . . . :))
    [URL=http://www.an-spiorad.de]www.an-spiorad.de[/URL]
  • [QUOTE][I]Original von Lars Wuntke [/I]

    Das nasse aber abgetropfte Fell wird dann an einer Stelle des Rahmens entsprechend der Markierung festgetackert. Dann tackert man die (exakt) gegenüberliegende Seite auch entsprechend der Markierung fest. Damit man es nicht schräg zieht kann man den Spannring schon vor dem Festtackern entsprechend weit (und gleichmäßig!) herauskurbeln. Auf jeden Fall muß man dies nach dem tackern der 2. Befestigung tun. Die Fellspannung sollte dabei so sein, daß das Fell straff gespannt ist, aber nicht gezogen bzw. gedehnt wird. Nun tackert man abwechselnd gegenüberliegende Seiten fest, wobei man die Abstände zwischen den Befestigungen immer halbiert. Wenn man beim Spannen des Felles immer die gleiche Kraft aufwendet, brauch man keine Angst vor ungleichmäßiger Bespannung haben.

    Wenn alle Zwischenräume zugetackert hat, kann man den überstehenden Fellrest abschneiden (nicht zu dicht am Tacker, damit es nicht ausreißen kann).

    Nun trocknet die B mehrere Stunden, wobei man den Spannring immer weiter zurückkurbelt. Dies nicht vergessen, sonst entstehen enorme Kräfte. Nun noch ein Band über die Befestigung, das die ganze Tackerrei abdeckt und ... DICKE-DI-DACKE-DI-DICKE-DI-DACKE-DI....
    [/QUOTE]

    Gegenüberliegendes Ziehen ergibt bei "Grobmotorikern" ;) eine arabische Stimmung - knallefest gespanntes Fell. Die halbssschräge Methode verhindert das ein wenig ...
  • Grobmotoriker würde ich garnicht erst an soetwas heranlassen... ;)

    Wenn man den Stimmmechanismus ein wenig herausgekubelt hat, hat man noch die Möglichkeit, bei einer zu festen Spannung nachzugeben. Man darf aber das Zusammentrocknen nicht unterschätzen und zu straff spannen. Folgt man aber meiner Anleitung, so sollte es eigentlich schwer sein, das Fell zu stark zu spannnen. Ich bin immer gut hingekommen.

    Der Vorteil bei gegenüberliegendem Ziehen liegt aber m.E. darin, daß man das Fell gleichmäßiger spannen kann und somit eine in sich verstimmte Trommel vermeidet.