Best of Youtube IV

  • Moin

    bei Lucy bin ich ganz bei Dir. Sehr schade, dass sie eine lange schöpferische Pause gemacht hat, auch ihr kleines Lehrbuch ist sehr nett gewesen. Neulich sind nochmal Videos mit ihr aufgetaucht...hier:

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    Shannon und Patrycja kenne ich auch schon sehr lange. Mir hat der rockige Ansatz und die nicht immer 100 sauberen tunes immer nicht so gut gefallen.
    Ich kann auch nicht alles das hören, was Du schreibst. Die Bodhrán ist sehr gut gespielt, auch vorne im Mix, aber das sie jetzt das Tempo vorgibt, kann ich nicht hören. Gerade nicht beim letzten Durchgang vom letzten tune im zweiten Link.


    Das Streicher Arrangement kannte ich noch nicht, sehr schön!

    Danke und Grüße

    Der Rolf

  • Hallo


    Danke für das Video, mir ist es zwar schon begegnet, aber da hat mir die Aufnahme in Bild und Ton nicht so gut gefallen wie bei den anderen.

    Dafür zeigt es prima die Fellhandtechnik von Lucy Randall, ohne die Schlaghand auszublenden. Natürlich fällt da zunächst die Strebe auf. Und wahrscheinlich ist es diese Druck-Technik, die durch Abstützung von der Strebe ganz andere Fellhand-Positionen ergibt. Es ist mir zum großen Teil rätselhaft, wie sie die Töne mit der Fellhand produziert. Die kleinen feinen Bewegungen der Finger sehen streckenweise so aus, als würde sie Klavier spielen. Faszinierend.

    Bei Eamon Murray, auch ein Spieler, der immer mit Strebe spielt, geht es mir ähnlich.


    Noch einmal zu Shannon und Patrycja Betley.

    In dem Video (

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    ) spielt sie zum größten Teil Motor Rhythms, und das über Minuten. Es gibt wenige Beispiele dafür, wo die Bodhrán so durchgehend lange, straight und vor allem dominant zu hören ist. (Und was Bodhránspielerinnen angeht, als Rarität daherkommt).


    Ein Beispiel mit Robbie Walsh fällt mir aber ein:


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    Ich habe den link durch die Suchfunktion geschickt und keinen Treffer erzielt, aber ich nehme doch an, dass das Video (über 1.5 Mio Klicks) vielen bekannt ist.

    Wunderbar gespielt von allen und super aufgenommen.

    Ein Grund für mich, mir die Motor Rhythms wieder vorzunehmen und auf Tempo, Präzision und Ausdauer zu üben. (Insofern hier ein crossover zum thread "üben, üb..ü...")


    Viele Grüße,


    Lance

  • Hallo


    Danke für das Video, mir ist es zwar schon begegnet, aber da hat mir die Aufnahme in Bild und Ton nicht so gut gefallen wie bei den anderen.

    Dafür zeigt es prima die Fellhandtechnik von Lucy Randall, ohne die Schlaghand auszublenden. Natürlich fällt da zunächst die Strebe auf. Und wahrscheinlich ist es diese Druck-Technik, die durch Abstützung von der Strebe ganz andere Fellhand-Positionen ergibt. Es ist mir zum großen Teil rätselhaft, wie sie die Töne mit der Fellhand produziert. Die kleinen feinen Bewegungen der Finger sehen streckenweise so aus, als würde sie Klavier spielen. Faszinierend.

    Bei Eamon Murray, auch ein Spieler, der immer mit Strebe spielt, geht es mir ähnlich.

    Moin

    Ich sehe da keine Bewegungen, die nicht auch ohne Strebe machbar wären, im Gegenteil, ich sehe keine Bewegung, die die Strebe auch nur ansatzweise bräuchte. Ich sehe viele Bewegungen, die ich auch so mache und so auch unterrichte. Kleine Bewegungen, aber dafür das Fell an der richtigen Stelle treffen ist hier der Schlüssel zum Erfolg. Gerade die starre Positionierung an einer Stelle und dann über und unter der Hand spielen ist etwas, was immer wieder Teil meines Unterrichts ist.

    Zum Motorrhythmus: Gute Sache! Suche mal nach Video von Johnny McDonagh, Colm Murphy und dann Frank Torpey. Am besten in der Reihenfolge :-).


    Ein durchgehenden Motorrhyhtmus kann ich im Video oben von Shannon nicht erkennen. Das ist am Anfang synkopisch, dann kommt mal ein Teil Motorrhythmus, aber erst bei 2:37, als die Flöte anfängt, zu improvisieren, bei 2:50 ist es dann schon wieder vorbei damit. Weiter hinten kommt es dann nochmal. Den synkopierten Rhythmus spielt sie immer wieder, aber das ist eigentlich nicht das, was ich mir unter Motorrhythmus vorstelle. Das ist ja auch sehr anders als das, womit das Four Winds Video anfängt und aufhört. Das ist wunderbarer Motorrhythmus in meinen Augen. Es stehen auch weniger tonale Veränderungen heraus, natürlich geht da tonal unglaublich viel Gutes ab, aber weniger Plops etc. Aus meiner Sicht ist das nicht vergleichbar...
    Grüße

    Der Rolf

  • Hallo


    Ein durchgehenden Motorrhyhtmus kann ich im Video oben von Shannon nicht erkennen. Das ist am Anfang synkopisch, dann kommt mal ein Teil Motorrhythmus, aber erst bei 2:37, als die Flöte anfängt, zu improvisieren, bei 2:50 ist es dann schon wieder vorbei damit. Weiter hinten kommt es dann nochmal. Den synkopierten Rhythmus spielt sie immer wieder, aber das ist eigentlich nicht das, was ich mir unter Motorrhythmus vorstelle. Das ist ja auch sehr anders als das, womit das Four Winds Video anfängt und aufhört. Das ist wunderbarer Motorrhythmus in meinen Augen. Es stehen auch weniger tonale Veränderungen heraus, natürlich geht da tonal unglaublich viel Gutes ab, aber weniger Plops etc. Aus meiner Sicht ist das nicht vergleichbar...

    Eine Frage des Fokus. Mir kommt es auf die Führungsrolle der Bodhran an, die sich in Tonmix (vordergründig), einfachem Grundrhythmus und, ganz wichtig, in der Platzierung des Rhythmus zeigt (vorne weg spielen).

    Der Effekt ist eine Energie und Spielfreude, die auf die Band übergreift, das kann man in beiden Aufnahmen miterleben. Beides sind schnelle Stücke, in denen die Bodhrán einen drive, Sog, Zug erzeugt, der maßgeblich den musikalischen Charakter prägt. Einfaches mitspielen erzeugt so etwas nicht. Die Trommel muss eine Vorlage liefern, auf die alle mit Spaß einsteigen wollen, weil es die Musik befeuert. Dann kann so etwas entstehen.


    Das geht aber nur mit souveräner Technik und musikalischer Vorstellung von dieser Aufgabe, erst recht über lange Strecken.

    Meine Meinung ist, dass dies in beiden Fällen vorbildlich gelungen ist.

    Ob dabei ein astreiner oder ein modifizierter Motor Rhythm zur Anwendung kommt, hat für mich keinen Stellenwert. Das pulsierende, motorische Element steht für mich im Vordergrund. Ebenso stelle ich geschmackliche Vorlieben hintenan.

    Die genannten Dinge sind natürlich auf diese beiden Beispiele in ihrer Stilistik zu verstehen und nicht verallgemeinert gedacht.

    Ich sehe in diesen Aufnahmen zwei stimmige Beispiele einer modernen Auffassung, ja einer Emanzipierung der Bodhrán hin zu einer eigenständigen Rolle.


    Zum Motorrhythmus: Gute Sache! Suche mal nach Video von Johnny McDonagh, Colm Murphy und dann Frank Torpey. Am besten in der Reihenfolge :-).

    Da wäre ich gespannt, was Dir in dem Zusammenhang so vorschwebt, für gute Beispiele bin ich sehr dankbar.


    Viele Grüße,


    Lance

  • Hallo


    Ich sehe da keine Bewegungen, die nicht auch ohne Strebe machbar wären, im Gegenteil, ich sehe keine Bewegung, die die Strebe auch nur ansatzweise bräuchte. Ich sehe viele Bewegungen, die ich auch so mache und so auch unterrichte. Kleine Bewegungen, aber dafür das Fell an der richtigen Stelle treffen ist hier der Schlüssel zum Erfolg. Gerade die starre Positionierung an einer Stelle und dann über und unter der Hand spielen ist etwas, was immer wieder Teil meines Unterrichts ist.

    Ich blende nochmals das Video von Lucy Randall und Brendan Power ein, um das es geht. Es lohnt sich.


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    Die Grundpositionierung der Fellhand habe ich bei Lucy schon verstanden. Ich weiß, dass das keine seltene Technik ist. Ich nenne sie „Spinnenhand“, weil die Finger wie Spinnenbeine aufrecht stehen und nicht wie bei einer blade-Technik das Fell flach abgrenzen.


    Die vielen kleinen Fingerbewegungen waren mir hingegen, wie gesagt, nicht erklärlich. Da bewegen sich Finger, vor allem der Zeigefinger und der kleine Finger, immer wieder auffallend mit. Dass dies massgebliche Tonmodulationen zur Folge haben soll, konnte ich mir nicht vorstellen. Und so habe ich einen Zusammenhang mit der Strebe vermutet.


    Nach Deinem Einwand habe ich die Fellhand mal so gut es geht herangezoomt. Leider ist das Bild im Gegenlicht denkbar ungünstig aufgenommen, aber man kann bei genauem Beobachten einiges erkennen. Der Aha-Effekt kam mir in der Passage bei 1:15 ff. Dort ist der Zeigefinger sehr aktiv, und beim rundown wurde es mir zu bunt, da habe ich endlich beschlossen, diese Zeigefingerbewegung einmal nachzuspielen. Innerhalb eines rundowns.


    Je nachdem, wie man das macht, entstehen: Triplet-figuren, bzw. Achtel plus zwei Sechzehntel!!!


    Das ist ja mir auch nicht ganz neu. Mir ist das in den Anfängen schon aufgefallen, dass man mit den Fingern der Fellhand ergänzende Töne beimischen kann. Erstaunlich präsente Töne sogar für eine solch kleine Bewegung. Damals habe ich das aber nicht weiter verfolgt, ich wollte ja „richtig“ spielen lernen. Bislang habe ich auch kein Beispiel gefunden, wo diese Fingertrommeltechnik ernsthaft und systematische Verwendung findet.


    Lustigerweise hast Du mir vor über drei Jahren in Vollmerz von einem englischen Schlagzeugkollegen erzählt, der dies in ähnlicher Weise gemacht haben soll.


    Ich habe das Video jetzt schon x-mal angeschaut. Man achte auf den Zeigefingerknöchel. Wenn sich dieser bewegt, wird eine Verzierung hörbar. Es gibt eine unzweifelhafte Korrelation was das angeht. Ganz anschaulich wird es am Schluss, wenn Lucy den letzten singlestroke-roll mit Zeigefingerklopfen mischt, bzw. erst entstehen lässt.


    Je aufmerksamer man darauf achtet, desto mehr Zeigefinger-triplets werden offenbar. Ich komme zu dem Schluss, dass ein großer Teil auf diese Art produziert werden. Aber eben nicht alle. Sie hat die Technik gemeistert, diese zu mischen: die ausgespielten triplets single ended und die Zeigefingertriplets (ich weiß nicht, wie ich sie sonst nennen soll).


    Wenn das nicht faszinierend ist!!


    Mir ist jetzt auch klar, wie in anderen Videos der Eindruck zustande kommt, als würde die Schlaghand sich nur wenig bewegen aber paradoxerweise sehr schnelle, feinste Spielfiguren ausführen. Soweit ich das gesehen habe, spielt sie ja keine rolls, sondern rein single-ended, das würde passen. Mit der Beherrschung dieser Technik hat sie rolls auf dies Art auch nicht nötig.

    Das sieht für mich nach einem Alleinstellungsmerkmal aus.


    Ist es denkbar, dass man triplets bzw. Achtel plus Sechzehntel-kombinationen auf dreierlei Weise mischen kann: Roll—single ended— Zeigefinger?

    Dann würden die Kombinationsmöglichkeiten ins Unermessliche steigen…..

    Warum nicht?


    Viele Grüße,


    Lance

  • Moin

    Puh! Das ist sicher gelungen, aber halt kein Motorrhythmus. Eine Führungsrolle in einer Bandsituation ist natürlich vollkommen okay, eigentlich auch nicht so ungewöhnlich und etwas völlig anderes als die Rolle in einer Session.


    Zu Lucy: I am not convinced. Die rhythmischen Verzierungen kommen IMHO alle aus der Schlaghand und werden nicht durch die Finger an der Fellhand produziert. Bei Rob, von dem ich Dir erzählt habe, war das so, allerdings waren die Bewegungen der Fellhand größer als bei Lucy und dennoch waren die damit produzierten Töne leiser als der Rest, das ist hier alles nicht der Fall.

    Grüße

    Der Rolf

  • Hallo


    Moin

    Puh! Das ist sicher gelungen, aber halt kein Motorrhythmus. Eine Führungsrolle in einer Bandsituation ist natürlich vollkommen okay, eigentlich auch nicht so ungewöhnlich und etwas völlig anderes als die Rolle in einer Session.

    Da reden wir aneinander vorbei.


    Zu Lucy

    Zweifel sind ja ok. Aber können wir uns darauf einigen, dass an der von mir angegeben Stelle (1:15 ff.), rhythmische Zeigefingerbewegungen das Fell treffen, die nicht danach aussehen, als seien sie zufällig? Ebenso im Schluss-roll?


    Lieber probieren als studieren:

    Spielposition "Spinnenhand". Flüssige dududu…. spielen und dazwischen den Zeigefinger asynchron aufs Fell klopfen. Dann wird man staunen über die Wirkung dieser unscheinbaren Aktion: es verwurstelt den Rhythmus bzw. lässt einen anderen Rhythmus (triplets etc.) entstehen, und zwar sehr deutlich.


    Wenn das so ist, dann darf man sich fragen, warum diese Zeigefingerbewegungen bei Lucy immer wieder zu sehen sind, ohne dass der Rhythmus verwurstelt wird, sondern gerade dann Verzierungen zu hören sind. Alles sehr subtil, aber deutlich.


    Immer wieder kurze Abschnitte zurückspulen, schauen und hören, dann ist die Sache klar.

    Wenn nicht, bleibt die Frage, was denn diese Zeigefingerbewegungen eigentlich sollen.....


    Viele Grüße,


    Lance

  • Bei Lucy werden wir uns nicht einig...wenn ich mehr Zeit habe, schaue ich mal nach Belegen, im Moment fehlt die Zeit, sorry!

    Ich bemerke, dass Du schlicht verneinst, ohne auf meine Argumente / Beweisdarlegung einzugehen. (Der Selbsttest braucht praktisch keine Zeit).

    Das geht, wiederum, aneinander vorbei.

    Die Situation hatten wir schon mal bei der Frage, ob man eine Bodhrán sauber einstimmen kann.

    Trotzdem bin ich neugierig, welche Belege das sein könnten, die außerhalb des fraglichen Videos liegen.


    Viele Grüße,


    Lance

  • Moin

    Ich habe gerade wenig Zeit, wie gesagt. Ich will aber kurz meine Zweifel begründen:

    1) In Ihrem Buch ist diese Technik nicht beschrieben

    2) Die single ended rolls gehen bei Ihr häufig auch mit tonaler Veränderung einher, ein Lauf nach unten z.B., da sehe ich nicht wie das mit der von Dir beschriebenen Technik gehen soll.

    3) Die Schläge haben alle eine gewisse "Knackigkeit" von gleicher Qualität, so dass sie IMHO alle aus der Stickhand kommen.

    Leider sind die Videos von ihr auf Youtube alle etwas älter und kommen in der Auflösung an ihre Grenzen. Das hier ist noch okay:

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    Da sehe ich viele Bewegungen mit der linken Hand, höre aber keine rolls oder triplets.


    Grüße

    Der ROlf

  • Huhu,

    mische mich hier auch mal als weitere Meinung ein. Sehe das ähnlich wie Rolf, insbesondere:

    Zitat

    2) Die single ended rolls gehen [...] auch mit tonaler Veränderung einher [...]

    3) Die Schläge haben alle eine gewisse "Knackigkeit" von gleicher Qualität, so dass sie IMHO alle aus der Stickhand kommen.

    Aber vielleicht, kommt mir gerade in den Sinn, seid ihr inhaltlich auch gar nicht so weit voneinander entfernt? Ein Vermittlungsversuch:

    Lance, du sagst:

    Zitat

    Kann mir auch nicht vorstellen, dass Finger-Klopf-Geräusche mit den präzise lauten Tönen (Stick trifft Fell) mithalten können. (Rolfs Punkt 3)
    rhythmische Zeigefingerbewegungen das Fell treffen, die nicht danach aussehen, als seien sie zufällig?

    Gegen "nicht zufällig" hat Rolf auch gar nix gesagt. Meine two cents: Ich vermute, dass die Finger eher die tonale Veränderungen unterstützen, zB Tonhöhe beeinflussen und Fell dämpfen. Heißt, dass der Einsatz der Fellhand-Finger nicht zufällig ist, heißt aber auch, dass nicht das Finger-klopft-gegen-Fell den eigentlich Roll macht.


    Rolf vorzuwerfen, dass er keinen Bock hat, deinen Selbstversuch zu machen, finde ich frech. Erstmal ist es kurz vor Weihnachten, da hat man auch andere Dinge im Kopf. Zweitens gehe ich FEST davon aus, dass Rolf in seinen letzten zig Jahren als Trommler dieses Phänomen schon entdeckt hat. (Es gibt ja auch diverse Videos von Bodhransolos, die genau mit dem Effekt spielen, dass nämlich die Fellhand die Töne macht. Diese Erfindung wäre also gar nicht neu.) Aber ein Spieler eines jeglichen Instruments eraubt sich mit ein bisschen Erfahrung auch eine Einschätzung aufgrund eines Videos, ohne das eigene Instrument in der Hand zu haben.

    Wenn für dich allerdings, bedingt durch diese Diskussion, ein neuer Spieleffekt hinzugekommen ist, den du gut nutzen kannst, ist das doch wunderbar! Und ob Lucy das jetzt genauso spielt oder nicht, eigentlich zweitrangig.


    Liebe Grüße und friedliche Weihnachten! :)

    Doro

  • Moin.


    Was Lucy da genau macht, vermag ich anhand des Videos nicht zu sehen und zu hören.


    Aber sie spielt ja auch Percussionsinstrumente, und sei es heute auch mal "nur" Cajon, bei denen der Rythmus beidhändig verteilt wird. (Und war ca. 10 Jahre Rock-Schlagzeugerin.)

    Das geht auch bei der Bodhran mit den Fingerspitzen der Fellhand.

    Im Selbstversuch, insbesondere wenn ich mikrophoniert und mit der Tipperhand eher leiser spiele und das Gesamtergebnis mehr verstärke, geht das eindeutig.


    Nicht so mein Ding, aber sicher etwas, was mit Übung und Erfahrung geht.


    Ob das Lucy auf dem Video so macht oder generell gerne mal macht, vermag ich wie gesagt nicht zu erkennen bzw. ist mir auch nicht bekannt.


    Vielleicht trommelt sie mit den Fingerspitzen auch einfach nur etwas die Melodie als nicht wirklich hörbare "Ghostnotes" mit, so wie das manch Zuhörer auf dem Tisch macht.


    Aber ein interessanter durchaus bemerkenswerter Aspekt das Ganze.


    Frohes Fest!

  • Hallo


    Zu den verschiedenen Bemerkungen:

    Doro

    Danke für Deinen Vermittlungsversuch. Ich finde mich aber in dem mir zugeschriebenen Zitat nicht wieder.

    Rolf vorzuwerfen, dass er keinen Bock hat, deinen Selbstversuch zu machen, finde ich frech.

    Das ziehe ich mir hier nicht an. Ich bin in meinen Formulierungen sachlich und konkret. Zudem finde ich Dein Urteil über mich etwas vorschnell, wir sind noch nicht am Ende der Diskussion angekommen.

    Zweitens gehe ich FEST davon aus, dass Rolf in seinen letzten zig Jahren als Trommler dieses Phänomen schon entdeckt hat. (Es gibt ja auch diverse Videos von Bodhransolos, die genau mit dem Effekt spielen, dass nämlich die Fellhand die Töne macht. Diese Erfindung wäre also gar nicht neu.)

    Eben nicht. Beispiele dafür, dass die Bodhrán von der anderen Seite mit der Hand gespielt wird, gibt es viele. Die hier zur Diskussion stehende Technik hat niemand auf dem Schirm, das ist ja gerade das Besondere daran und auch der Streitpunkt.


    Zum Aspekt der "Erfahrung". Wie das Wort schon besagt, Erfahrung wird in der Praxis gewonnen. Nichts ist überzeugender als die Selbsterfahrung, darauf wollte ich hinaus. Allerdings muss man sich darauf einlassen, sonst verbleibt das Ganze in der Theorie.

    Ein Instrument ist sehr komplex, da gibt es immer Überraschungen, die man nicht für möglich hält. Das erlebe ich beinahe täglich und erst recht auf der Bodhrán, die mir vorkommt wie eine Wundertüte.


    Aber ein Spieler eines jeglichen Instruments eraubt sich mit ein bisschen Erfahrung auch eine Einschätzung aufgrund eines Videos, ohne das eigene Instrument in der Hand zu haben.


    Da wäre ich sehr vorsichtig.


    Ich sehe hier nur Andrakar, der den Test vollzogen hat, sogar aufnahmetechnisch. Dafür danke ich ihm, weil die Frage, ob es überhaupt geht, damit beantwortet ist. Mein Versuchsergebnis steht nicht mehr alleine im Raum.


    Hier sei auch ausdrücklich angemerkt, dass man unbedingt mit Kopfhörer analysieren muss, sonst kann man die Feinheiten gar nicht richtig raushören und zuordnen!!

    So nebenbei. Hat mich mal jemand zu meinem Versuchsergebnis befragt.........?


    Vill Jröß in de Eefel, der Landschaft meiner Kindheit und Vorfahren!


    Bleibt die Frage, was Lucy macht, und ob die Technik knackige Töne erzeugen kann. Da gehts weiter.


    ROLF

    Keine Zeit? Dafür habe ich großes Verständnis, ich kann auf Antworten/Reaktionen geduldig warten.

    Zu Deinen Argumenten:

    1) In Ihrem Buch ist diese Technik nicht beschrieben

    Soll das bedeuten, dass ein Verfasser nur die Technik spielt, die er/sie in einem Lehrmittel veröffentlicht?

    2) Die single ended rolls gehen bei Ihr häufig auch mit tonaler Veränderung einher, ein Lauf nach unten z.B., da sehe ich nicht wie das mit der von Dir beschriebenen Technik gehen soll.

    Das ist ja auch schon sehr fortgeschritten. Deshalb erstmal auf einem Fleck ausprobieren, wie ich das vorgeschlagen habe.

    An dieser Stelle macht sie den rundown tonlich mit der Hand (Handballen, Daumen etc.) und die Verzierung mit Zeigefinger (in Kombination mit Schlägen der Tipperhand natürlich).

    3) Die Schläge haben alle eine gewisse "Knackigkeit" von gleicher Qualität, so dass sie IMHO alle aus der Stickhand kommen.

    Der springende Punkt. Die Knackigkeit lässt sich nicht überall erzeugen, geht aber eindeutig in bestimmten Kombinationen jetzt schon bei mir, der ich erst eine gute Woche dran bin.

    Was erst möglich wird, wenn man das über Jahre kultiviert? Darum geht es.

    Leider sind die Videos von ihr auf Youtube alle etwas älter und kommen in der Auflösung an ihre Grenzen. Das hier ist noch okay:

    Okay? Ich höre da viel Wind, wenig Bodhrán und vor allem so gut wie keine Verzierungen, weder Single ended noch fingerplayed, noch sonst wie. Das schreibst Du ja auch selber.

    Da sehe ich viele Bewegungen mit der linken Hand, höre aber keine rolls oder triplets.

    Das passt auch zu den Stellen, wo die Kameraführung mal einen scharfen Blick auf die Tonhand zulässt:

    Es gibt keine Fingerbewegungen, die zu sehen wären.


    Es ist mir schleierhaft, was Du mit diesem Video belegen willst.

    Ich will mich ja nicht wiederholen, aber wir finden argumentativ bislang nicht zueinander.


    Zu dem Argument, dass die Fingerbewegungen die Tonhöhe modulieren könnten:


    Hat das schon mal jemand ausprobiert?


    Also:

    Position "Spinnenhand"

    einfache, langsame, knackige Downs (ins) spielen

    gleichzeitig mit dem Zeigefinger klopfen, mit der Absicht, die Tonhöhe zu verändern oder einen Dämpfeffekt zu erzielen.


    Was passiert?

    Es werden lauter laute Töne erzeugt, es entstehen "Flams", zu deutsch Vorschläge, wenn man nicht absolut präzise ist.

    Geht man an den oberen Rand mit Felldruck, ist ein so erzeugter Flam knackig ohne Ende wenn man die Tonhand entsprechend justiert.

    Das hat ja auch eine innere Logik. Will ich über den Druck der Tonhand hinaus mit dem Finger zusätzlich modulieren, muss ich zusätzlichen Druck ausüben, die Zeigefingerbewegung muss dann kräftig sein, und der Ton wird lauter!

    Die Tonhöhenveränderung bleibt aber marginal und klingt bei mir besch....eiden.


    Es entsteht ein Ton, physikalisch geht das nicht anders.


    Na gut. Dann mal richtig zeitgleich versuchen. Also den Zeigefinger-Ton zusammen mit dem Tipper-Ton zu synchronisieren.


    Und genau bei solchen Versuchen sind Prognosen und Vermutungen und Theorien völlig obsolet. Es kommt eh anders. Zunächst ist das überraschend schwer umzusetzen. Von 20 Schlägen habe ich spontan drei ohne flam zusammengekriegt. Das hätte ich nie vermutet, ich hätte gewettet, dass ich die Hälfte schaffe!!


    Und der Effekt?

    Fast nix passiert!

    Es gibt fast keine tonale Veränderung gegenüber einem einzelnen Tipperschlag ohne Zeigefingerbewegung.


    Und damit ist die Aktion sinnlos.


    Lange Rede. Es gibt immer einen Ton der hörbar ist, sobald ich eine bewusste Zeigefingerbewegung mache. Und die Bewegungen von Lucy sind bewusst.

    Sie sind rhythmisch und bewirken eine hörbare Verzierung, sei es eine Triole oder Achtel/Sechzehntel Figuren.

    Das habe ich dutzendfach am Schirm mit Kopfhörer und auch selber an der Bodhrán validiert. Davon gehe ich nicht ab, da können wir diskutieren bis der Arzt kommt.


    Wer will, kann das Experiment ja mal falsifizieren. Wer schafft es, ein bewusstes dezidiertes Zeigefingerklopfen auf der Bodhrán unhörbar zu machen?

    Da bin ich gespannt.


    Viele Grüße,


    Lance

  • Hallo


    Hier gehts weiter. Ich habe letztens zufällig über die Suchfunktion folgendes gefunden:


    Moin
    das Solo was auch auf der Tutor CD drauf ist. Meinst Du so bei ca 50 sek.? Das ist die andere Hand denke ich...
    Grüße
    Der Rolf

    Die Beiträge sind glaube ich von 2007, lange her.


    Rolf bezieht sich auf die CD "Farrago", auf der Lucy ein Solo spielt. Das hat mich natürlich extrem neugierig gemacht. Auf Amazon bin ich fündig geworden. Für rund neun Euro habe ich mir die Dateien runterladen können (man kann auch einzelne Titel, wie eben dieses Solo runterladen).


    Diese Aufnahmen sind so faszinierend und betörend schön gespielt. Auch jenseits dieser Diskussion unbedingt zu empfehlen! Wie Lucy Cajon spielt ist unerhört fein und geschmackvoll, "dawning of the Day Samba" ist zum wegschmelzen mit Cajon begleitet (unbedingt Kopfhörer!). "Das ist Kunst" meinte meine Frau.


    Natürlich ist ihr Spiel auf der Bodhrán wie immer geschmackvoll und faszinierend. Verständlicherweise habe ich in "Lucys Solo" nach Anzeichen von Fingerplay ausschaugehalten. Da braucht man allerdings nicht Ausschauhalten, das fällt einen geradezu an. Es gibt ganze Passagen, wo sie mit der Fellhand geräuschvoll spielt, um eine zweite Klangebene aufzumachen. Dann wiederum Figuren, die sich nicht nach Fingerplay anhören, aber ganz offensichtlich so zustande kommen, wenn man das selber ausprobiert hat. Am Schluss spielt sie wiederholt eine Verzierung nach oben und wird darin immer schneller.

    Nach dieser Figur habe ich immer Ausschau gehalten, weil sie mir schon vor Jahren beim Experimentieren rausgeflutscht ist. Das ist gar nicht so schwer machbar (und knackt!), und vor allem bis zu einem sehr schnellen Tempo realisierbar. Single ended wäre diese Figur um Potenzen unbequemer und unerreichbar schnell. Ausprobieren!


    Für mich ist hiermit der endgültige Beweise erbracht. Wer so viel Fingerplay so gekonnt und variantenreich in einem Solo gezielt einsetzt, der tut das auch überall da, wo sich der Zeigefinger hebt.

    Es gibt allerdings auch Passagen, da frage ich mich, wie und was sie da macht. Der Anfang zum Beispiel ist mir rätselhaft. Dann gibt es eine sehr lange Strecke, wo ich nur double ended Rolls und keine Single Rolls zu hören glaube. Ich habe sie aber noch nie double ended spielen sehen.


    Wie gesagt, diese Musik ist fantastisch gespielt (Tim Edey, Brendan Power und Lucy Randall) und allemal wert, gehört zu werden. Wer darüberhinaus noch Lust auf eine auditive Suche nach Fingerplay hat, der wird fündig, massenhaft.


    Ich habe jedenfalls genug gesucht und gefunden und wünsche ALLEN einen GUTEN RUTSCH und ein FROHES NEUES JAHR in Gesundheit und Zufriedenheit und vielen glücklichen Momenten, auch beim Musizieren.


    Lance

  • Moin

    Aufgrund der Kürze der Zeit:

    Du wirst bei mir im Solo ganze Passage finden, in denen ich "eine zweite Klangebene" mit den Fingern der linken Hand mache, genauso bei Guido. Das ist jetzt nicht soo sensationell. Aber nur weil wir das machen, heißt das nicht, dass wir das auch so rhythmisch einsetzen. Das gilt auch für Lucy.


    Ich habe Lucys Solo jetzt nicht hier, aber ist das das, was auch auf der Tutor CD drauf ist oder ist auf "Farrago" ein anderes drauf? Ich habe leider kein Lehrbuch mehr hier, ich hätte die wohl nicht alle verkaufen sollen.

    Ich kaufe also jetzt Farrago, und schreibe Lucy, in der Hoffnung dass ihre alte E-Mail noch geht, sonst frage ich Brendan oder Tim nach einem aktuellen Kontakt. Und dann klärt sich das vielleicht.

    Grüße

    Der Rolf

  • So. Ist ja schon wieder fast ein Jahr rum.

    Und ich erinnerte mich gerade aus völlig anderem Anlass an fogende Aussage vonLance:


    "

    Na gut. Dann mal richtig zeitgleich versuchen. Also den Zeigefinger-Ton zusammen mit dem Tipper-Ton zu synchronisieren.

    (...)

    Und der Effekt?

    Fast nix passiert!

    Es gibt fast keine tonale Veränderung gegenüber einem einzelnen Tipperschlag ohne Zeigefingerbewegung."


    Doro war darauf zuvor schon eingegangen, aber es wurde nicht aufgegriffen


    Ich finde sehr wohl, dass ein gleichzeitiges Schlagen/Klopfen mit der Fellhand oder deren Fingerspitzen einen besonderen Sound erzeugt.


    Und somit auch bei Lucy mit der Spinnenhand nicht immer eigene Töne erzeugt, sondern die des Tippers besonders "moduliert" werden.


    Und wo ist jetzt eigentlich Sir Lancelot geblieben?

    Excalibur in den See geworfen und in den Nebeln von Avalon verschwunden?